Christa Mesnaric

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Christa Mesnaric im Interview
befragt von Dr. Markus Blaschka

Wie bist Du auf das Label Die SuperCoach gekommen?
Vor einigen Jahren, als sich gerade meine Live-Coaching-Phase auf dem Höhepunkt befand, sagte einmal ein Teilnehmer nach einem öffentlichen Coaching auf der Coaching Convention in Köln vor 200 Menschen: Sie sind die SuperCoach. Eine etwas flapsige Bezeichnung mit Anleihen aus dem Fernsehen. Zuerst dachte ich „na, das passt ja wohl gar nicht zu einer seriösen Coach im Business, aber bei genauerem Hinsehen passte es schon:

Klienten beschreiben mich so „behält immer die Ruhe, strahlt Souveränität aus, ist total präsent, mit dem Herzen dabei und doch dissoziiert, lässt sich nicht reinziehen und scheint keine eigene Bewertung laufen zu haben. Führt ohne Dominanz, hat Humor, arbeitet klar und zügig und bringt etwas Leichtes und etwas zum Lachen in die Sache. Ist sehr kompetent“.

 

Und wie würdest Du Dich selbst beschreiben?
Selbst schätze ich an meiner Art zu arbeiten am meisten das direkte, flotte und doch gründliche Vorgehen. Ich liebe Geschwindigkeit.
Deshalb gibt es bei mir auch keine Vorgespräche über Coaching, sondern sofort mit Coaching. Wir fangen bei der Kennenlernsitzung sofort an mit der Klärung des Anliegens, und sollte die Chemie nicht passen - deren Prüfung ja der Sinn der ersten Sitzung ist -, dann hat sich die Zeit trotzdem gelohnt, denn es gibt immer einen Nutzen, einen Lösungsansatz oder zumindest viel Klarheit über das Anliegen.

Neben der Geschwindigkeit sehe ich auch selbst mein Fachwissen, was Unternehmensführung, Kommunikation, Konfliktmanagement und all die SoftSkills angeht. Auch die HardSkills sind bei mir gut ausgebildet.
Die 20 Jahre Erfahrung als Managerin und Führungskraft und die tausenden Stunden Erfahrung, die ich in Coachings und Trainings durch andere vermittelt bekommen habe, sind wirklich ein Schatz. Meine – aus meiner Sicht – größte Fähigkeit ist es, Menschen so zu nehmen und zu schätzen wie sie sind. Ich brauche sie nicht mehr abzuwerten. Ich mache mich einfach auf die Suche nach dem Anliegen hinter dem Anliegen, wie ein Detektiv mit guter Spürnase, um Herausforderungen grundsätzlich und gründlich lösen zu helfen.

 

Warum machst Du Live-Coaching
Coachen eines echten Klienten aus dem Publikum auf der Bühne, der sich spontan und freiwillig meldet ohne Vorabsprache, mit bis zu 300 Zuschauern mache ich deshalb gerne, weil es mehrere Ziele auf einmal erreicht.

1.) Es ist gut geeignet das Format Coaching bekannt zu machen, zu zeigen, welche großen Möglichkeiten darin stecken.

2.) Der Coachee geht mit einer Lösung oder bei komplexen Anliegen mit einem Lösungs-Ansatz nach Hause.

3.) Durch Öffnen des Coachings auf der Metaebene kann ich Kollegen und angehenden Coaches im Publikum mein Vorgehen erklären.

Das wirkt wie eine Kurz-Weiterbildung – jeder im Publikum überlegt ja, was er/sie an diese Stelle täte oder sagen würde – und so kommen wir alle in einen befruchtenden Austausch.

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Du arbeitest viel mit dem Instrument Hausaufgaben, warum?
Bei mir gibt es keine Coaching-Sitzung ohne Hausaufgaben. Die Arbeit findet zwischen den Sitzungen statt. Denn vom Erkennen und Erleben auf dem Stuhl (oder in anderen Coaching-Situationen / auf dem Pferd / auf der Wanderung / auf . . .) verändern sich weder Gewohnheiten noch werden alternative Handlungsweisen eingeübt. Dazu ist die Zeit zwischen den Sitzungen gedacht.

 

Wie lautet Dein persönlicher Coaching-Ansatz
Das Zentrum meiner Coaching-Philosophie bildet eine konstruktivistisch-systemische Haltung, die davon ausgeht, dass alle Herausforderungen und „Mängel“ letztlich Ressourcen darstellen, die es gilt herauszuschälen und nutzbar zu machen.
Mein Fokus liegt auf der Lösungsorientierung. Gleichzeitig gibt es Momente im Coaching, an denen eine prozessorientierte Arbeit sinnvoll und zielführend ist.
Für mich ist der wichtigste Aspekt die bedingungslose Anerkennung des Klienten, die tiefe, echte Wertschätzung seiner Persönlichkeit, seines Wesens und seines Anliegens und die Wahrung ehrlicher Grenzen und Bedenken.
Meine Coachings sind getragen von Herzlichkeit und Werteorientierung, frei von erhobenem Zeigefinger. Das Stärken stärken-Prinzip liegt mir nahe. Über die Jahre habe ich einen tiefen Zugang zu verschiedenen Prinzipien und Systemen erhalten und es ist mir gelungen, sie integrativ zu verbinden und einen wertvollen Erfahrungsschatz für die Klienten zu erwerben. Dazu gehören die Systeme TA, TZI, NLP, GFK, Mediation und Meditation.

 

Was sind Deine bevorzugten Methoden?
Es gibt keine bevorzugten Methoden, sondern situations- und klientenorientierte Auswahl von Methoden und Interventionen.
Und dabei gibt es tatsächlich ein paar Besonderheiten. Ich gehe sehr gerne raus mit den Klienten, vor allem mit Teams. Ein paar Übungen im Wald können Dinge aufzeigen und Erkenntnisse bringen, für die man indoor Tage bräuchte.
Außerdem mag ich die elegante und schnelle Arbeit mit Mentaltechniken. Unsere Spitzensportler machen es uns vor – warum sollten wir diese tollen Techniken nicht auch für die Wirtschaft verwenden.
Insgesamt darf Coaching auch leicht sein und Spaß machen, da darf auch mal gelacht werden, das ist zum Beispiel beim Provokativen Coaching oft der Fall, und in vielen Fällen nutzte ich die Kraft des hypno-systemischen Coachings. Analytische Methoden wie Stärken-Analysen, Kraftfeldanalyse usw. kommen natürlich auch zum Einsatz.
Und wenn es der Klient wünscht und es für den Gesamtprozess unterstützend ist, dann gebe ich auch einen Expertenrat.

 

Wie läuft eine Coaching-Sitzung bei Dir ab?
Grundsätzlich gibt es verschiedene Struktur-Modelle: 90 Minuten Coaching, halber Tag, Ganzer Tag und der „Zwifache“ ein zweitägiges Kompakt-Coaching für intensive Veränderungsprozesse. Da heißt es dann schon: „Bitte anschnallen“. Da gehen die Kunden anders raus als sie reingekommen sind.

Die Makrostruktur: Anfrage des Unternehmens, Kennen lernen, klären der Rahmenbedingungen und der Chemie, Erstsitzung mit einem Klienten. Wie bereits erwähnt, starte ich gleich mit dem Coaching, dadurch erkennt der Klient am besten, ob meine Arbeitsweise ihn unterstützt und ich erkenne, ob das Anliegen bzw. die Person von mir gecoacht werden kann. In nahezu allen Fällen kommt es bereits in dieser Erst-Sitzung zu einem wertvollen Ergebnis. Manchmal klärt sich alles soweit, dass keine weitere Sitzung zu diesem Anliegen notwendig ist. Der Klient entscheidet hinterher, ob er weiterarbeiten möchte. Wenn eine Sequenz von Coachingsitzungen aufgenommen wird, so laufen sie in folgender Mikrostruktur ab, wobei die Klärung der Gesamtziele nur in der ersten Sitzung stattfindet. Beim Abschluss der vereinbarten Coaching-Sequenz wird die Zielerreichung gemessen und werden die weiteren Evaluierungsmaßnahmen eingeleitet.

In der Mikrostruktur einer Coachingsitzung gehe ich folgendermaßen vor:

Klärung des Anliegens, Definition der Ziele gesamt (Was genau soll nach der Coachingmaßnahme anders sein und wie soll es aussehen. Woran werden wir erkennen, dass die Änderung eingetreten ist.
Welche Kennzahlen oder Mess-Kriterien können wir definieren?), Klärung der Ziele für diese Sitzung (dto), Interventionen zur Erreichung der definierten Ziele, Zusammenfassung der Ergebnisse, Klärung der Zielerreichung, Festlegung der nächsten Schritte („Hausaufgaben“ bis zur nächsten Sitzung) und Umsetzungs-Commitment, Abschluss und Abschied.

 

Zum Abschluss noch einen Wunsch für die Zukunft?
Wir brauchen neue Formate für die Personalentwicklung und auch für die Persönlichkeitsentwicklung. Coaching gehört dazu und bringt eine Führungskraft sehr viel schneller zu verwertbaren Ergebnissen als ein Training. Optimal sind Integrations-Formate, bei denen Coaching mit Training kombiniert wird oder mit Expertenrat. Dadurch entsteht das sogenannte Performance Coaching. Ich wünsche mir, dass wir Coaches weiterhin die Wirtschaft unterstützen können.

Danke!

 

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